Archiv - Rheinland-Pfalz-Tag 2005

LebensArt beim Landesfest

Evangelische Kirche präsentierte sich vor 150.000 Besuchern beim Rheinland-Pfalz-Tag 2005 bunt und abwechslungsreich

BAD EMS. (13. Juni 2005) Vielseitig wie die Menschen, die sich innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau haupt- wie ehrenamtlich engagieren, zeigte sich die evangelische Kirche auch beim Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Ems. Drei Tage standen Unterhaltung und Information im Mittelpunkt der Aktionen und Angebote, mit denen sich die Landeskirche und die Evangelischen des Rhein-Lahn-Kreises am Landesfest beteiligten.

Für die rund 150.000 Besucher hatte die evangelische Kirche inmitten der Kurstadt einen Stand aufgebaut, der mit Kooperationsspielen für Verliebte, einem Kreativwürfel, überdimensionalen Möbeln und jazziger Comedy auf abwechslungsreiche Weise mit Kirche und ihrer Arbeit in Kontakt brachte.

Ein Blickfang: Der von den evangelischen Kindertagesstätten gezimmerte übergroße Tisch und Stuhl, mit dem sich Erwachsene in die Rolle von Kindern versetzen konnten, war eines der beliebtesten Fotomotive des Rheinland-Pfalz-Tages.

Einen lieben Spruch für seine Frau versuchte auch Ministerpräsident Kurt Beck im Hochzeitsbett des evangelischen Standes zusammenzustellen. Nebenbei hofften 200 Teilnehmer eines Preisausschreibens auf die Finanzierung des Blumenschmucks ihrer kirchlichen Trauung. Die Jugend zog es auf den rotierenden Überschlagsimulator von CVJM und evangelischer Jugend, während im Zelt Diakonie, Sozialstationen, Grüne Damen und die "Kitas" über ihre Arbeit informierten. Fantasie war für den Kreativwürfel der Heime Scheuern gefordert, dessen 500 Einzelkacheln am Ende ein buntes Gesamtkunstwerk unter dem Motto "Lebensfreude im Quadrat" ergaben. Eine der kreativen Schmucktafeln hatte CDU-Landeschef Christoph Böhr mit viel Hingabe angefertigt.

Aber auch an anderen Standorten der Stadt setzte die evangelische Kirche Akzente. Ein Höhepunkt: das von Landesposaunenwart Johannes Kunkel und Thomas Heidenreich von der Schlagzeuggruppe "Drumlet" für den Rheinland-Pfalz-Tag komponierte "LahnCrossOver". Bei vier Auftritten sorgten Posaunenchöre des Rhein-Lahn-Kreises und der Nachbarregionen dabei auf und um die Lahn herum für ein ungewohntes Wechsel- und Zusammenspiel zwischen Blas- und Schlaginstrumenten. Ob Volkslied ("Horch was kommt von draußen rein"), Choral ("Verleih uns Frieden") oder Rock´n Roll ("Spuk-Rock") - die mehr als 140 Chormitglieder der Region stießen stets mit derselben Begeisterung in Trompeten, Posaunen und Tuben hinein.

Zum swingenden Nachterlebnis wurde der Auftritt von "Colours of Gospel" auf der Regionalbühne der Stadt. 1500 Menschen ließen Körper und Seele bis nach Mitternacht von der perfekten Vorstellung der Sängerinnen und Sänger aus dem Rhein-Main-Gebiet in Bewegung setzen. Bis weit vors Kirchenportal standen die Zuhörer einen Abend später, um den samtweichen Sound der "Simon & Garfunkel Revival Band" in der evangelischen Martinskirche mitzuerleben.

Ein Novum: Erstmals hatten sich sämtliche Kantoreien der evangelischen Dekanate Diez, Nassau und St. Goarshausen zusammen mit dem katholischen St. Martinschor zum Landesfest auf eine ökumenische Nacht der Kirchenmusik vorbereitet. Pfarrerin Annette Bassler, Rundfunkbeauftragte der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz am SWR, moderierte das mit lautem Beifall bedachte Stelldichein der Sänger aller Altersklassen, auch wenn es wegen eines Stromausfalls im Kerzenschein früher als erwartet enden musste.

Schon Jesus habe gewusst, dass Pausen und Feiern wichtig für den Menschen sind, um sich ebenso zu freuen wie Zeit zum Nachdenken zu haben, hatte Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker in einem ökumenischen Gottesdienst zum Landesfest mit dem Limburger Bischof Dr. Franz Kamphaus erklärt. "Damit wir ausruhen können, deshalb kämpfen wir für den arbeitsfreien Sonntag", so Steinacker. Erst der christliche Glaube und die Religion sorgten dafür, dass aus dem biologischen Menschen ein wirklicher Mensch werde.

Ministerpräsident Kurt Beck dankte den Kirchen für ihr Mitwirken und die fantasievollen Angebote, mit denen sie den Rheinland-Pfalz-Tag bereichert hätten, und Stadtbürgermeister Ottmar Canz stellte nach dem Gottesdienst fest: "Wir haben eine Zukunft, wenn wir fest im Glauben stehen und fröhlich bleiben."

Aktionen und Angebote der Evangelischen Kirche standen unter dem Motto "LebensArt". "Tausende Menschen haben in Bad Ems eine Kirche kennen gelernt, die auf vielfältige Art und Weise Lebenskunst vermittelt", erklärte der in der EKHN zuständige Pfarrer für den Rheinland-Pfalz-Tag Wolfgang H. Weinrich und machte auf den Ursprung des Mottos deutlich: "Jesus kannte die Höhen und Tiefen des Lebens; er konnte feiern und sich im nächsten Moment ganz auf die Sorgen eines bedrängten Menschen einlassen." Diese Breite menschlicher Existenz sei mit den evangelischen Angeboten auch beim Rheinland-Pfalz-Tag vermittelt worden.